Holly aus Großbritannien fühlte sich in Online-Netzwerken gemobbt. Sie fand nur einen Ausweg für sich, stürzte sich von einer Brücke. Inzwischen aber gibt es viele Hilfeangebote.

In „Freundschafts-Gruppen“ im Internet wie Facebook oder MySpace wurde sie beschimpft und konnte sich nicht mehr wehren. Zusätzliche Hänseleien in der Schule ließen den Druck weiterhin ansteigen. Das geringe Selbstbewusstsein ließen sie den Entschluss fassen, sich umzubringen. Dies ist nicht der erste Fall eines Selbstmordes im Zusammenhang mit Cybermobbing. In England haben sich innerhalb von zwei Jahren bereits drei Mädchen das Leben genommen.

Was ist Cybermobbing?

Unter Cybermobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Belästigen oder Bloßstellen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel (E-Mails, Soziale Netzwerke, Smartphones). In den meisten Fällen geschieht dies über einen längeren Zeitraum. Meist weiß das Opfer nicht, von wem die Angriffe stammen. Auch ist diese Form des Mobbings sehr bedrohlich, weil es nicht nach der Schule oder der Arbeit endet. Die Opfer können jederzeit über das Internet oder Smartphone angegriffen werden, also werden sie bis in die eigenen vier Wände verfolgt. Oftmals erfahren die Betroffenen nur über Umwege von Gerüchten oder finden bloßstellende Fotos von sich im Internet. Das Löschen beispielsweise von Fotos im Internet ist schwer und kompliziert.

Motive erschreckend, 17% aller Schüler und Schülerinnen betroffen

Das Bündnis gegen Cybermobbing hat Deutschlands größte Cybermobbing-Studie veröffentlicht. Aus dieser geht hervor, dass 17% aller Schülerinnen und Schüler bisher Opfer von Cybermobbing geworden sind. Dies können Beschimpfungen oder Beleidigungen sein, wie auch Verleumdungen. In den meisten Fällen ist der Tatort ein soziales Netzwerk. Oft sind die Täter - so in der Studie- in der gleichen Schule zu finden. 50 % der Täter nennen als Gründe "Langeweile" oder "Spaß"!

Wie kann ich mich schützen?

  • Passwörter und Pins geheim halten, damit niemand in Deinem Namen eine Straftat begehen kann.
  • Such Dich selbst in einer Suchmaschine, um herauszufinden wie viele Infos über Dich zu finden sind. Versuch auch mal Deine E-Mail-Adresse oder ICQ-Nummer.
  • Solltest Du Beleidigungen erhalten, reagier nicht darauf, damit sich der Angreifer nicht angestachelt fühlt.
  • Solltest Du Drohungen erhalten, informiere Erwachsene und auch den Internet- oder Handyanbieter.
  • Weil Drohungen strafbar sind ist es zu empfehlen, wenn Du das Beweismaterial (E-Mail, Chatverlauf) aufhebst, um vielleicht Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
  • Beleidigungen in Foren müssen nicht hingenommen werden. Anbieter dieser Foren müssen solche auf Wunsch löschen.
  • Helft anderen, die beleidigt werden. Merkt der Angreifer, dass sein Opfer nicht allein ist, hört dieser meist auf.

(Quelle: LizzyNet, 28.05.2013, 15:15 Uhr)

Das Netz hilft auch:

  • Zum Beispiel die Jugend-Plattform gegen Cyber-Mobbing: Juuuport. Hier unterstützen sich Jugendliche gegenseitig bei Problemen im Web, mit dem Smartphone oder beim Computerspielen. Eine Beratung (per E-Mail) ist kostenlos. Auch besteht ein Forum, in dem man sich öffentlich mit anderen austauschen kann.
  • Tausende Beiträge in Foren und Tipps von Betroffenen und Experten gibt es auf der Seite Schüler gegen Mobbing, die ein ehemaliges Mobbing-Opfer aus Hamburg betreibt. Eines der größten Foren Deutschlands.
  • Umfangreiche Informationen angefangen bei der Definition von Cybermobbing, hin zu möglichen Täter-Profilen und beispielsweise Gegenmaßnahmen findet man auf der Seite Cybermobbing-Hilfe.de.
  • Oder die Seite Klicksafe, sie bietet Tipps und Materialien zu den wichtigsten Jugendmedienschutz-Themen sowie aktuelle Informationen zu den Chancen und auch Risiken der Internetnutzung.
  • Die Seite Saferinternet in Österreich gibt gute Tipps, wie man sich gegen Cybermobbing schützen kann.

Beratungsstellen in Braunschweig ebenfalls:

 Vor Ort gibt es Leute, mit denen ihr über mögliche schlechte Erfahrungen mit Cybermobbing (auch andere Themen oder Probleme) sprechen könnt und die Euch helfen können.

Weitere Infos

Cybermobbing Kurzfilm (You Tube)